12.05.2017 in Bundespolitik
gerade rechtzeitig zum Muttertag Mutterschutzgesetz verbessert
Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums Pressemitteilung 054 Veröffentlicht am 12.05.2017
Mehr Frauen profitieren künftig vom gesetzlichen Mutterschutz
Bundesrat stimmt Gesetz zur Neuregelung des Mutterschutzes in zweiter Lesung zu
Der Bundesrat hat heute (Freitag) in zweiter Lesung dem Gesetz zur Neuregelung des Mutterschutzrechts zugestimmt. Damit ist das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen. Mit diesem Gesetz soll der bestmögliche Gesundheitsschutz für schwangere und stillende Frauen gewährleistet werden.
Die Neuregelungen sollen im Wesentlichen ab dem 1. Januar 2018 gelten.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: „Pünktlich zum Muttertag haben wir es geschafft, dass künftig mehr Frauen vom gesetzlichen Mutterschutz profitieren. Für alle Frauen in Beschäftigung, für Studentinnen und Schülerinnen wird es nun ein einheitliches Schutzniveau geben. Mütter von Kindern mit Behinderung haben künftig Anspruch auf zwölf Wochen Mutterschutz. Zudem wird ein Kündigungsschutz für Frauen neu eingeführt, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt hatten. Mit diesem Gesetz sorgen wir ebenfalls dafür, dass Frauen selbstbestimmt am Arbeitsmarkt teilhaben können, denn viele Frauen möchten gerne länger bis zur Geburt arbeiten. Gleichzeitig schreiben wir den notwendigen Schutz fest. Der Mutterschutz wird somit zeitgemäßer und passt sich den modernen Anforderungen an.“
1. Vorgezogene Änderungen des derzeitigen Mutterschutzrechts
Am Tag nach der Verkündung des Gesetzes, voraussichtlich im Juni/Juli 2017, treten folgende Änderungen in Kraft:
• Die Schutzfrist nach der Geburt eines Kindes mit Behinderung wird bei entsprechendem Antrag von acht auf zwölf Wochen verlängert, weil die Geburt in vielen dieser Fälle für die Mutter mit besonderen körperlichen und psychischen Belastungen verbunden ist.
• Es wird ein Kündigungsschutz für Frauen nach einer nach der zwölften Schwangerschaftswoche erfolgten Fehlgeburt neu eingeführt.
• Zudem werden die Regelungen zum Gesundheitsschutz an die unionsrechtlichen Vorgaben u.a. zur Gefahrstoffkennzeichnung angepasst.
2. Neufassung des Mutterschutzgesetzes:
Zum 1. Januar 2018 tritt das neugefasste Mutterschutzgesetz (MuSchG) mit umfassenden Änderungen in Kraft:
• Schülerinnen und Studentinnen werden dann in den Anwendungsbereich des MuSchG einbezogen, wenn die Ausbildungsstelle Ort, Zeit und Ablauf der Ausbildungsveranstaltung verpflichtend vorgibt oder die Schülerinnen oder Studentinnen im Rahmen der schulischen oder hochschulischen Ausbildung ein verpflichtend vorgegebenes Praktikum ableisten.
• Zudem werden auch arbeitnehmerähnliche Personen in den Anwendungsbereich klarstellend einbezogen.
• Die Regelungen zum Verbot der Nacht- und Sonntagsarbeit werden branchenunabhängig gefasst, die Regelungen zum Verbot der Mehrarbeit werden um eine besondere Regelung zur höchstens zulässigen Mehrarbeit in Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen ergänzt.
• Für die Arbeit nach 20 Uhr bis 22 Uhr wird ein behördliches Genehmigungsverfahren eingeführt. Unter anderem muss die Frau sich ausdrücklich bereit erklären, nach 20 Uhr zu arbeiten. Während die Behörde den vollständigen Antrag prüft, kann der Arbeitgeber die Frau grundsätzlich weiterbeschäftigen. Lehnt die Behörde den Antrag nicht innerhalb von sechs Wochen ab, gilt er als genehmigt.
• Durch die Integration der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV) in das MuSchG werden die Regelungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeber sowie für die Aufsichtsbehörden klarer und verständlicher.
• Der neu einzurichtende Ausschuss für Mutterschutz ermittelt u.a. Art, Ausmaß und Dauer der möglichen unverantwortbaren Gefährdung einer Schwangeren oder Stillenden und stellt sicherheitstechnische, arbeitsmedizinische und arbeitshygienische Regeln zum Schutz der schwangeren oder stillenden Frau und ihres Kindes auf. Die von ihm erarbeiteten Empfehlungen sollen Orientierung bei der praxisgerechten Umsetzung der mutterschutzrechtlichen Regelungen bieten.
• Bei Beamtinnen, Richterinnen und Soldatinnen gilt das gleiche Mutterschutzniveau, wie es auch für andere Beschäftigte nach dem MuSchG gilt.
05.05.2017 in Aktuelles
Internationaler Tag der Hebamme
Geburtshilfe ist für uns Frauen ein wichtiges Thema!
Nun schlagen Hebammen am heutigen internationalen Hebammentag Alarm. ZDF und Frau TV berichten live über die aktuelle Situation. In jedem Bundesland werden Kreissäle geschlossen. Der Sicherungsszuschlag verursacht bereits einen starken Rückgang der Hebammen. Sie haben bereits ihre Stunden reduziert oder orientierten sich ganz von ihrem Traumberuf in andere Berufe. Die Risiken der Hebammen und der Kinder auf dem Weg ins Leben sind inzwischen in einem Land wie Deutschland nicht mehr vertretbar.
- eine vernünftige Finanzierung der Geburtshilfe tut Not. Die Fallpauschale erhöht gerade in diesem Bereich die Risiken.
- Angemessene/geregelte Bezahlung und Dienstzeiten der Hebammen. Sichert deren Lebensunterhalt und das Leben von Mutter und Kind.
- Eins : Eins-Betreuung im Kreissaal sollte kein Luxus sein; heißt die Personalbemessung in Kreissälen muss angepasst werden.
- Auch die Wahlfreiheit des Geburtsortes ist für Eltern wichtig.
- kleine Geburtshilfeinrichtungen müssen erhalten bleiben.
- Ein Haftungsfond für Hebammen muss unbedingt eingerichtet werden.
Das Schlichtungsverfahren zwischen den Hebammen und dem Spitzenverband der Krankenkassen ist noch nicht abgeschlossen. Bisher hakt es wohl daran, dass der Verband eine Geburtsbetreuung von Anfang bis zum Schluss fordern und keine Übergabe an eine ausgeruhte Hebamme gewähren wollen.
Wir sind als Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen ganz bei den Hebammen und erwarten ein Umdenken in der Gesellschaft, die sich auch auf die zuständigen Gremien auswirkt!
U. W.-S.
02.05.2017 in Arbeitsgemeinschaften
Deine Hand Deine Meinung
1. Mai 2017 Stand der AfA und AsF Rhein-Neckar-Kreis bei der Aktion "Deine Hand, deine Meinung"
